
Impressionen
Ratzeburgs Name geht zurück auf die Racesburg des Polabenfürsten Ratibor, genannt Ratse, die auf einer Insel im Ratzeburger See lag. Diese slawische Ansiedlung wurde 1062 erstmalig in einer Urkunde erwähnt. Im Jahre 1066 wurde der Abt Ansverus aus dem Kloster St. Georgsberg bei Einhaus nahe Ratzeburg gesteinigt. Ab 1143 erfolgte die Bebauung der alten slawischen Burganlage durch den Grafen von Ratzeburg, Heinrich von Badewide, der von Heinrich dem Löwen eingesetzt wurde. 1154 berief Heinrich der Löwe den Magdeburger Prämonstratenser Evermod zum Bischof von Ratzeburg, der mit dem Bau des Doms begann. Im Schutze der Burg entwickelte sich gleichzeitig mit dem Dombau eine kleine Stadt, die 1261 Stadtrecht erlangte.
Als 1616 das Lauenburger Schloß der Herzöge von Sachsen-Lauenburg abbrannte, verlegten diese ihren Regierungssitz nach Ratzeburg. Nach Aussterben dieser Linie ließ 1689 der Welfenherzog Georg-Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg die Stadt zur Festung ausbauen, die dann 1693 vom Dänenkönig Christian VI bis auf wenige Häuser durch Bombardement völlig zerstört wurde. Der Wiederaufbau erfolgte dann nach dem Vorbild der damals als fortschrittlich geltenden Stadt Mannheim mit regelmäßigem Straßensystem und rechteckigem Marktplatz.
Der Dombezirk war 1649 nach dem Dreißigjährigen Krieg in mecklenburgischen Besitz übergegangen und erst 1937 eingemeindet. 1816 wurden die ehemaligen Festungsanlagen beseitigt und Wohnhäuser auch in diesem Bereich gebaut. Das Zentrum der Stadt mit Geschäften, Hotels und Verwaltung liegt auf der Insel, die Wohngebiete im Osten im Stadtteil Vorstadt und im Westen im Stadtteil St. Georgsberg.
Die Inselstadt Ratzeburg ist ein begehrtes Urlaubsziel für Wanderer, Radfahrer und Wassersportler.
